Kabelabkürzungen entschlüsselt – der Schlüssel zur richtigen Kabelwahl
Kabelabkürzungen entschlüsselt – der Schlüssel zur richtigen Kabelwahl
Ein Kabel besteht nicht nur aus einem elektrischen Leiter – es gibt verschiedene Isolierungen, Schutzmäntel, Schirmungen und mechanische Verstärkungen, die es für spezielle Anwendungen auszeichnen. Ohne standardisierte Kürzel würde jede Kabelbezeichnung unnötig lang und unübersichtlich werden. Doch keine Sorge: Wer einmal das System verstanden hat, kann auf einen Blick erkennen, wofür ein Kabel geeignet ist. Hier eine Übersicht der wichtigsten Abkürzungen und was sie bedeuten.
Aufbau und Schutz: Die wichtigsten Kabelabkürzungen
Jedes Kabel hat spezifische Eigenschaften, die sich aus seinem mechanischen Schutz, der Abschirmung und weiteren Besonderheiten ergeben. Besonders bei der Verlegung im Erdreich oder in anspruchsvollen industriellen Umgebungen sind zusätzliche Schutzmechanismen entscheidend.
- A – Nach N: Aluminium-Leiter, am Ende: Außenhülle aus Jute
Aluminium wird häufig als Leiterwerkstoff verwendet, da es günstiger und leichter als Kupfer ist. Allerdings hat es einen höheren elektrischen Widerstand, weshalb Querschnitte oft größer gewählt werden müssen. - B – Stahlbandbewehrung
Diese mechanische Schutzschicht sorgt für eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen äußere Belastungen, z. B. bei der Erdverlegung. - C – Konzentrischer Leiter bzw. Schirm aus Kupferdrähten oder -bändern
Dieser Aufbau verbessert die elektromagnetische Verträglichkeit und sorgt für eine gleichmäßige Feldverteilung um den Leiter. - CW – Konzentrischer Leiter aus Kupfer, wellenförmig aufgebracht
- CE – Einzeladerschirmung
- E – Nach N: Einzeladerschirmung, am Ende: Schutzhülle aus Kunststoffband
- F – Längswasserdichtes Kabel
Ein Muss für Kabel, die in feuchten oder erdverlegten Umgebungen genutzt werden. Die Abdichtung verhindert das Eindringen von Wasser entlang des Kabels. - FL – Längs- und querwasserdichtes Kabel
Dieses Kabel bietet nicht nur Schutz gegen Wasser in Längsrichtung, sondern verhindert auch das Eindringen seitlich durch den Mantel. - GB – Stahlbandgegenwendel
- H – Hochspannungskabel mit metallisierter Abschirmung der Einzeladern (Höchstädter-Kabel)
- K – Kabel mit Bleimantel
Bleimäntel wurden früher häufig als Schutz gegen Feuchtigkeit und chemische Einflüsse verwendet. Aufgrund von Umweltaspekten wurden sie jedoch schon lange durch moderne Materialien ersetzt. - L – Glatter Aluminiummantel
- N – Kabel nach Norm
Dieser Buchstabe signalisiert, dass das Kabel nach genormten Vorgaben gefertigt wurde – ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Planung und Sicherheit. - Ö – Ölkabel
Ölkabel sind Hochspannungskabel, die im Inneren mit dünnflüssigem Mineralöl unter Druck betrieben werden. Seit den 1930er Jahren werden sie für 100 kV bis 500 kV als Erdkabel genutzt, vor allem in städtischen Hochspannungsnetzen wie der 380-kV-Transversale Berlin und Wien. - Q – Beflechtung aus verzinktem Stahldraht
- R – Runddrahtbewehrung
- S – Kupferschirm (≥ 6 mm²) zwecks Berührungsschutz oder zur Fortleitung von Fehlerströmen
Ein Kupferschirm reduziert elektromagnetische Störungen und dient in manchen Anwendungen als Schutzleiter. - SE – Anstatt H; analog zu S, jedoch für Mehraderkabel; dann jeweils für jede Ader
Isolationsmaterialien: Schutz gegen elektrische Durchschläge
Ein wesentliches Merkmal eines Kabels ist seine Isolation. Sie muss sowohl elektrische Durchschläge verhindern als auch mechanische und chemische Einflüsse abwehren. Je nach Anwendungsbereich kommen verschiedene Materialien zum Einsatz.
- 2X – Isolierung aus vernetztem Polyethylen (VPE)
Vernetztes Polyethylen ist besonders temperatur- und spannungsfest und wird häufig in Mittel- und Hochspannungskabeln verwendet. - Y – Isolierung oder Mantel aus PVC
PVC ist das Standardmaterial für viele Kabelmäntel, da es flexibel und kostengünstig ist. Es wird allerdings zunehmend durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt. - 2Y – Isolierung oder Mantel aus thermoplastischem Polyethylen (PE)
- 4Y – Isolierung aus Polyamid (Nylon)
Polyamid ist äußerst widerstandsfähig gegen Abrieb und mechanische Belastungen – ideal für anspruchsvolle Industrieanwendungen. - 9Y – Isolierung aus Polypropylen (PP)
- 11Y – Isolierung aus Polyurethan (PUR)
Polyurethan bietet hohe Flexibilität und ist beständig gegen Chemikalien sowie Abrieb – oft genutzt für bewegliche Anwendungen. - 12Y – Isolierung aus Polyethylenterephthalat (PET)
- 4G – Isolierung aus Ethylen-Vinylacetat (EVA)
Leiteraufbau: Die innere Struktur eines Kabels
Neben der Isolation bestimmt auch der Leiteraufbau, wie flexibel oder stabil ein Kabel ist. Besonders in der Energieverteilung oder bei beweglichen Anwendungen spielt dies eine große Rolle.
- RE – Eindrähtiger Rundleiter
Diese massiven Leiter sind stabil und haben eine hohe mechanische Festigkeit, aber wenig flexibel. - RF – Feindrähtiger Rundleiter
Besteht aus vielen dünnen Einzeldrähten und ist dadurch besonders flexibel – ideal für bewegliche Anwendungen. - RM – Mehrdrähtiger Rundleiter
- SE – Eindrähtiger Sektorleiter
Sektorleiter ermöglichen eine kompaktere Kabelbauweise bei großen Querschnitten. - SM – Mehrdrähtiger Sektorleiter
Fazit: Wissen, was hinter den Abkürzungen steckt
Mit diesem Wissen lassen sich Kabelbezeichnungen schnell entschlüsseln. Wer die Abkürzungen kennt, kann auf einen Blick erkennen, welche Eigenschaften ein Kabel besitzt und für welche Anwendungen es geeignet ist. Ein Beispiel: NA2XY
- N – Kabel nach Norm
- A – Aluminium-Leiter
- 2X – Isolierung aus vernetztem Polyethylen (VPE)
- Y – PVC-Mantel
Wer diese Abkürzungen einmal verstanden hat, kann Kabelbezeichnungen nicht nur lesen, sondern auch gezielt das passende Produkt für seine Anwendung auswählen. Ob für Hochspannungsleitungen, industrielle Steuerungen oder den Netzanschluss eines Windparks – die richtige Kabelwahl ist entscheidend für eine sichere und langlebige Installation.
KLZ – Ihr Ansprechpartner, wenn es um Kabel geht
Nachdem wir nun die Welt der Kabelabkürzungen entschlüsselt haben, dürfte klar sein: Ein Kabel ist weit mehr als nur ein Draht mit Isolierung. Die Kombination aus Leitermaterial, Isolierung, Abschirmung und mechanischem Schutz entscheidet darüber, ob ein Kabel den Anforderungen einer bestimmten Anwendung gewachsen ist. Genau hier wird es oft kompliziert – denn nicht jedes Projekt stellt dieselben Anforderungen an Verlegung, Belastbarkeit oder Umweltbeständigkeit.
Wenn es also darum geht, das richtige Kabel für eine spezifische Anwendung zu finden, ist es gut, einen Partner an der Seite zu haben, der sich auskennt. KLZ steht Ihnen genau dafür zur Verfügung. Ob Sie ein längs- und querwasserdichtes Kabel für eine anspruchsvolle Erdverlegung benötigen, ein Hochspannungskabel mit metallisierter Abschirmung oder ein flexibles Kabel mit PUR-Mantel – wir helfen Ihnen, die richtige Wahl zu treffen.
Denn am Ende zählt nicht nur, dass das Kabel passt, sondern dass es langfristig zuverlässig arbeitet. Und wer sich einmal durch die Abkürzungen gekämpft hat, weiß: Ein NA2XSEYRGY ist nicht einfach nur ein Kabel – es ist eine maßgeschneiderte Lösung für eine bestimmte Herausforderung. Und genau diese Lösungen liefern wir.
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